Schloss Wolkenstein
mit Ausstellung ”Land der Amethyste“
Schlossplatz 1 | 09429 Wolkenstein
Tel. 037369 87123 | museum@stadt-wolkenstein.de
Träger der Einrichtung: Stadt Wolkenstein

Aktuelles

Die umfangreiche Erweiterung der Sonderausstellung „Land der Amethyste“ wird vorbereitet

Wir stehen in den Startlöchern. Endlich kann es losgehen. Am 22. März 2022 wurde der Schenkungsvertrag für die einzigartige Amethyst-Sammlung von Jens Häusler und Ronny Gimpel unterschrieben, die vor einiger Zeit im Museum für Naturkunde Chemnitz als Sonderausstellung zu sehen war. Das Museum Schloss Wolkenstein ist damit künftig in der Lage, Nachweise aller Amethystvorkommen im Erzgebirge zu zeigen. Wolkenstein liegt im Zentrum dieser Fundorte und ist nicht erst seit 1995 als 'Land der Amethyste' bekannt, als auf Initiative des Chemnitzer Sammlers Bernd Lahl die bisherige kleine, aber feine Sonderausstellung eingerichtet wurde.

'Wolkenstein mit seiner unmittelbaren Umgebung ist schon seit langer Zeit als Fundort sehr variationsreicher, teils farbintensiver Amethyste bekannt. Die früheste Nachricht über das Vorkommen von Amethyst bzw. 'Hyazinth' im Erzgebirge stammt aus Wolkenstein. Selbst Georgius Agricola erwähnte das Mineral 1546 in seinem Werk 'De natura fossilium libri X'.

Weitere Wissenschaftler und Alchemisten berichteten:

'[...] aus dem Berg fliessen/darauff das Schlos Wulkenstein stehet/welcher berg inwendig schier eitel Amathisten/wie ich dan deren etliche do darinnen mit mir getragen [...].' (Thurneysser, Leonhard, Pison - Minerischen und Metallischen Wassern/sampt der vergleichunge der Plantarum und Erdgewechsen 10. Bücher, S. 368, Frankfurt Oder, 1572)

'[...] daß der Wolkensteiner Schloß-Berg sehr viel Amethisten-Gesteine in sich halte.' (Lehmann, Christian, Historischer Schauplatz derer natürlichen Merckwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Ertzgebirge, S. 460, Leipzig, 1699)

Besonders Schmuckstücke sind wahrhaftige Zeugen der Vergangenheit. Sie zeigen den Wolkensteiner Amethyst in seiner vollen Pracht. Allein wegen der tief violetten Färbung des Minerals, die nur um Wolkenstein vorkam, war er in der High Society der frühen Neuzeit sehr begehrt. Die sächsischen Kurfürsten entsandten eigens dafür Edelstein-Inspektoren, die intensive Erkundungsreisen im Erzgebirge und Vogtland vornahmen. Die wissenschaftliche Erforschung erlangte so einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig wurde an den Gesetzgebungen für den Bergbau gearbeitet, damit ein schneller Abbau garantiert werden konnte. 1551 erteilte Kurfürst Moritz die Erlaubnis an Wolf Richter, Amethyst um Wolkenstein zu brechen. Dieser entwickelte erste Pläne zur Gewinnung des Minerals und ließ den Kurfürsten wissen, dass '[...] vff etlichen gengen vmb Wolckenstein schöne braune Fleße, daraus man Amethysten zu schneiden pflegt, brechen, welchen er nachzubauen, auch mit seiner Gesellschaft einen Stolln vnter dem Wolckenstein anzufahren und zu treiben bedacht [...].' (St  -9D(F) Oberbergamt-Pertinenz II/12, Bl.58) Damit war der Startschuss für den Abbau gegeben. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstanden zahlreiche Gegenstände unter Verwendung von Amethyst aus dem Amt Wolkenstein, z.B. Zinngefäße geschmückt mit Amethyst.' (Museum Schloss Wolkenstein, Broschüre 'Land der Amethyste', S.5ff, Wolkenstein, 2021)

Der Amethystrausch ist natürlich nicht ohne Spuren geblieben. In vielen Wäldern um Wolkenstein sind Abraumhalden und Klüfte von übertägigem Abbau übriggeblieben, die bis in die Gegenwart eindeutig erkennbar sind. Das Gangmaterial wurde aus dem Gestein geschlagen und noch vor Ort zerschlagen, um an die damals noch wertvolleren Kristalle zu gelangen. Das Besondere an diesen Amethyst-führenden Gängen ist ihre Seltenheit. In Geoden entstandener Amethyst ist global gesehen sehr viel häufiger. Unser erzgebirgischer Amethyst jedoch entstand in Klüften, d.h. gangförmigen Lagerstätten und teilweise in Drusen, und macht ihn deshalb so selten und wertvoll. Die Kristalle können sich frei entwickeln, wodurch viele Stufen so „wild“ aussehen. Zudem entstehen in den Gängen auch Milchquarze und mehrere Lagen Amethystquarz. (Swaton, Beate, Diplomarbeit zum Thema: Gangförmige Achat- und Amethystvorkommen im Erzgebirge Geologie - Geschichte – Verwendung, S. 8ff, Dresden, 2005).

Eine schöne Auswahl dieser Seltenheiten können in unserem kleinen Schmuckkästchen, dem „Land der Amethyste“ im Schloss Wolkenstein bewundert werden. Bereits ein relativ kleiner Querschnitt verschiedener Fundorte im Erzgebirge zeigt, wie unterschiedliche Entstehungsbedingungen zu verschiedenen, teils spektakulären Erscheinungsformen geführt haben.

Mit der Erweiterung der Amethyst-Ausstellung soll auch die gesamte bisherige Dauerausstellung umgestaltet werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Zeit, gute Ideen und nicht zuletzt auch finanzielle Mittel sind notwendig, um das Museum Schloss Wolkenstein in ein ganz neues Licht zu rücken. Nach dem Abbau der Gerüste erstrahlt das Schloss bereits nach außen weithin sichtbar in neuem Glanz und mit der Schenkung der Amethyst-Sammlung soll das Schloss hoffentlich bald auch im Inneren noch mehr funkeln.

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